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Berufliche Weiterbildung oder Neuanfang? 5 Anzeichen, dass es Zeit ist für einen (Perspektiv-)Wechsel

Bist Du zufrieden mit Deiner beruflichen Situation? Auf diese Frage antwortet jede zweite Person bei Umfragen mit einem klaren „Nein“!

Dass viele Menschen rund ein Drittel ihrer wertvollen Lebenszeit mit einem unglücklichen Dasein am Arbeitsplatz fristen ist nicht bloß ein bedauerliches Luxusproblem, sondern ein ernsthaftes gesellschaftliches Fiasko mit verheerenden Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit. Bei langfristiger Unzufriedenheit im Beruf leiden alle Lebensbereiche – Konflikte in der Familie, Vernachlässigung von Hobbies und Freundschaften, Daueranspannung sind keine Seltenheit. Und schließlich bleiben die beruflichen Leistungen chronisch Unzufriedener weit hinter deren Möglichkeiten zurück, denn in aller Regel macht man das, was man nicht gerne macht, auch nicht besonders gut.

Aber woran erkennst Du, dass es Zeit ist für eine Veränderung im Beruf? Dass sich Aufwand, Energie und Kosten, die eine berufliche Weiterbildung oder Neuorientierung mit sich bringen, tatsächlich lohnen? 

Hier verrate ich Dir ein paar untrügliche Anzeichen:  

01

An 6 von 10 Tagen fehlt die Motivation

Es ist ganz normal, dass Motivation und Freude von Tag zu Tag schwanken. Während es an manchen Tagen wie von alleine fließt, müssen wir an anderen Tagen deutlich mehr Energie für unsere Aufgaben aufbringen. Aber wenn langfristig mehr als jeder 2. Tag mit Unlust, Frustration und fehlendem Antrieb verbunden ist, fällt die Gesamtbilanz negativ aus und Du solltest dringend über einen Wechsel nachdenken. Aufschluss bietet hier ein Motivations-Tagebuch, in dem Du über einen längeren Zeitraum vor, während und nach der Arbeit einen Wert von 1 (=gar nicht) bis 10 (=maximal) notierst, wie sehr Deine Arbeit Dich in diesem Moment motiviert.

02

Anforderungen entsprechen nicht den Fähigkeiten

Ein perfektes Match von Anforderungen und Fähigkeiten führt zu Flow-Zuständen – zu Momenten der Glückseligkeit und des vollkommenen Aufgehens im eigenen Tun. Flow führt dazu, dass alles andere vergessen und das Ergebnis überragend wird. Liegen die Anforderungen der beruflichen Tätigkeit jedoch dauerhaft deutlich über oder unten den eigenen Fähigkeiten, führt dies zu Überforderung und Stress im einen sowie Lethargie und Langeweile im anderen Fall. Du kannst zunächst versuchen, das Niveau von Anforderungen und Kompetenzen anzunähern und dadurch Momente des Flows herbeizuführen. Laufen diese Bemühungen ins Leere, solltest Du nach einer beruflichen Alternative Ausschau halten, die Deinen Erfahrungen und Qualifikationen eher gerecht wird.    

03

Erhebliche Widersprüche zu den eigenen Werten

Hast Du das Gefühl, Dich bei der Arbeit verbiegen zu müssen? Musst Du Entscheidungen treffen, Aufgaben erledigen, Dich auf eine Art und Weise gegenüber anderen Menschen verhalten, die einfach nicht Dir und Deinen Werten entspricht? Unsere Werte sind wie ein innerer Kompass. Sie verraten uns, in welche Richtung wir im Leben streben. Sie helfen uns, Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit uns und unseren übergeordneten Anliegen stehen. Ein wertegerechtes Verhalten stärkt zudem das Selbstvertrauen, da wir uns auf uns und unsere eigenen Maßstäbe verlassen können. Machen die Anforderungen und Rahmenbedingungen unserer Arbeit jedoch erforderlich, dass wir immer wieder gegen unsere Werte verstoßen, führt dies zu Gefühlen von innerem Widerspruch, Frustration und Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwert.

04

Wichtige Bedürfnisse werden langfristig vernachlässigt

Neben den Werten stellen auch die Bedürfnisse eine wichtige Triebfeder für Gesundheit und Wohlbefinden dar. Im Gegensatz zu den Werten, die relativ stabil sind, ändern sich Bedürfnisse je nach Situation. Erlauben Deine Arbeitsbedingungen Dir langfristig nicht, Deinen Bedürfnissen nachzukommen, führt dies ebenfalls zu Frustration und inneren Widerständen. Bedürfnisse, die in vielen beruflichen Kontexten vernachlässigt werden, sind beispielsweise Autonomie, Anerkennung, Abwechslung, Kreativität, Struktur oder Erholung. Um erste Klarheit über Deine Bedürfnisse zu bekommen, kann es helfen, Dir als unangenehm empfundene Situationen aus der Vergangenheit zu vergegenwärtigen und zu überlegen, welche Deiner Bedürfnisse dabei verletzt wurden. 

05

Perspektivlosigkeit

Nichts bleibt für die Ewigkeit, alles ist im Wandel – auch am Arbeitsplatz. Veränderungen können zu Rahmenbedingungen oder Aufgaben am Arbeitsplatz führen, die plötzlich keinen Spaß mehr machen. Eine vorübergehende Phase von Unzufriedenheit ist daher ganz normal. Ändert sich an dem Unmut aber langfristig nichts und besteht keine Aussicht auf Besserung der äußeren Umstände, solltest Du ins Handeln kommen und Dich selbst für eine Besserung der inneren und äußeren Umstände einsetzen.

Treffen eines oder mehrere der oben genannten Anzeichen auf Dich zu? Dann solltest Du dringend darüber nachdenken, etwas an Deiner beruflichen Situation zu verändern. Oft können schon kleine Veränderungen von Einstellungen und Rahmenbedingungen Großes bewirken und die Zufriedenheit mit dem aktuellen Job verbessern. Immer wieder erlebe ich, dass meine Kundinnen kurz vor der Kündigung stehen und durch das Erkennen und Gestalten des eigenen Handlungsspielraums wieder Sinn in ihrer Arbeit sehen und wieder mit Motivation und Freude dabei sind.

Hast Du diese Möglichkeiten bereits ausgeschöpft und kannst trotzdem die Unzufriedenheit nicht auflösen? Dann solltest Du ernsthaft über weitreichendere Maßnahmen wie eine berufliche Weiterbildung oder gar Neuausrichtung nachdenken. Doch dieser Schritt sollte wohl überlegt sein. Such Dir hierfür am besten Hilfe durch eine*n erfahrene*n Mentor*in. Gemeinsam gilt es, zunächst Klarheit über die eigenen Wünsche, Werte, Fähigkeiten und Bedürfnisse zu finden. Dann werden die Ursachen von Unzufriedenheit meist bewusst und mögliche Lösungswege erkennbar.

Was kannst Du außerdem tun, um Klarheit über Deine nächsten Schritte zu bekommen? 

Ich freue mich auf Dich!

Herzliche Grüße,
Deine Miriam